Bildung & elitäre Strukturen – Die Bedeutung von Bildung für die Reproduktion von Eliten (Stream B)

Im Workshop „Bildung & elitäre Strukturen“ wird ein kritischer Einblick in die aktuelle Forschungslandschaft zur Thematik Bildungssystem und die Reproduktion von Elite resp. sozialer Ungleichheit gegeben. Es geht um die Frage nach der Bedeutung von Bildungsinstitutionen und ob deren inhärente Mechanismen die bestehenden Strukturen sowie Machtverhältnisse stets reproduzieren oder z.B. Ausdruck einer sich über andere Mechanismen reproduzierenden Elite sind.

Exemplarisch werden die Felder Frühpädagogik, Schule und Hochschule herangezogen, um unterschiedliche gesellschaftliche Legitimations- und Deutungsangebote kritisch zu hinterfragen.  Während für das Feld der Frühpädagogik unter dem Duktus der Startchancengleichheit die Reproduktion von sozialer Ungleichheit kaum zum Thema gemacht wird, ist diese für das Schulsystem gut erforscht. Dort tragen nicht zuletzt empirische Leistungsstanderhebungen dazu bei, den Mythos des meritokratischen Versprechens aufrecht zu erhalten. Auch Hochschulen als Reproduktionsstätten von (vermeintlichen) Eliten fördern über Initiativen wie beispielsweise die Exzellenzstrategie die Orientierung am neoliberalen Wettbewerbsgedanken. Gleichzeitig kann die Wahl spezifischer Bildungseinrichtungen auch nur Ausdruck elitärer Lebensformen darstellen und „Bildung“ wird als Prestigeobjekt einer sich über Tradition, Kapital und sozialer Position etc. reproduzierenden Elite getragen.

All diese unterschiedlichen Themenfelder sollen gemeinsam angerissen werden und eignen sich auch für Menschen, die sich mit der Thematik noch nicht auseinandergesetzt haben, aber Interesse an einem kritischen Bildungsbegriff haben.

Floris Bernhardt, M.A., beschäftigt sich seit dem Studium (Soziologie) sowohl mit den mikrosoziologischen Phänomenen der Interaktion, als auch mit makrosoziologischen Phänomenen gesellschaftlicher Struktur und deren Verbindungspunkten. Die Überführung von Theorie und Praxis ineinander sind Schwerpunkte seines wissenschaftlichen Interesses. Im Augenblick promoviert er an der Universität Kassel.

Nachdem Anika Meß (M.A.) ihr Studium der Soziologie an der Universität Kassel abgeschlossen hat, ist sie seit Mai 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Graduiertenprogramm „Elitereproduktion im Wandel? Die Bedeutung der Hochschulausbildung für Karriereverläufe in verschiedenen Gesellschaftsbereichen (ELBHA)“ des INCHER-Kassel und beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf Studierende.

Stephanie Simon, M.A., beschäftigt sich seit ihrem Studium (Soziologie, Empirische Bildungsforschung) mit Fragen der Reproduktion von Bildungsungleichheiten und forscht aktuell im qualitativ-rekonstruktiv angelegten Projekt „Umgang mit und Deutungen von Armut in Kindertagesstätten“ am Fachgebiet Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Soziale Arbeit und außerschulische Bildung der Uni Kassel.