“Computer says no!” Vermessen, Korrelieren, Herrschen: Kritik der Digitalisierung von Leben und Arbeit (Stream B)

Digitalisierung ist schon lange kein #Neuland mehr. Als Worthülse wandert sie seit einigen Jahren durch den politischen Diskurs und wird als wettbewerbsentscheidend für den Wirtschaftsstandort Deutschland präsentiert. Der Einsatz von Systemen der kontinuierlichen Vermessung von Produktionsprozessen und Warenströmen auf der einen Seite sowie Subjekten und Gesellschaften auf der anderen Seite ist nur eine Ebene der Herrschaft durch “Datafizierung”. Der zunehmende Einsatz von algorithmischer Analyse und künstlicher “Intelligenz” wirft weitere Fragen nach Herrschaftsformen von Rechen- und Datensystemen über Subjekte als Produzierende, Konsumierende und Be/Herrschende auf. Wir wollen einen Blick hinter die technikgläubige Worthülse Digitaliserung werfen. Wie ändert die ständige Vermessung, Datenkorrelation und zunehmend algorithmische Steuerung die Formen der Herrschaft in den Sphären der Produktion und Konsumption? Wie verändert sich der Blick des Subjekts auf sich selbst, andere und die Welt durch solche Systeme? Dies sind Ausgangsfragen für unsere Herangehensweise einer Kritik der Digitalisierung innerhalb des herrschenden kapitalistischen Systems.

Felix Nickel und Markus Rhein schreiben derzeit beide an ihren Masterarbeiten im Studiengang “Global Political Economy” an der Universität Kassel. Als Lern- und Lehr-Duo Marlix betrachten sie schon eine Weile den Aufstieg der Maschinen und Netze. Sie fragen sich dabei unter anderem ob wir bald alle zum Takt der Algorhythmen tanzen müssen, was eigentlich in den smarten Fabriken der Industrien und des Sozialen mit den Arbeiter*innen passiert. Zusammen mit anderen versuchen sie eine Blickweise auf Digitalisierung zu finden die sich irgendwo zwischen Skynet-Szenarien und Luxus-Kommunismus bewegt.

Felix Nickel ist neben seinem Studium noch als Grafiker für Herr*Krit und andere tätig. Er mag Kartoffelpuffer und Schallplatten.  Er mal als Social-Media-Mensch für eine Kampagne gearbeitet, hat heute aber eher Angst davor dass Mark Zuckerberg ihn besser kennt als er sich selber.

Markus Rhein versucht sich neben den alltäglichen Zwängen des Studiums und der Lohnarbeit in der Praxis des Müßiggangs. Als Science-Fiction Enthusiast hat es ihm die schöne neue digitale Welt angetan und die Frage, ob wir uns bald alle in die Singularität einspeisen können, um von elektrischen Schafen zu träumen.