Franz Neumann: Staat und Gesellschaft im Nationalsozialismus (Stream A)

In unserem Workshop wollen wir uns gemeinsam die zentralen Thesen des Rechts- und Staatstheoretikers Franz Neumanns zu Staat und Gesellschaft im Nationalsozialismus erarbeiten. Neumann wirkte im Umfeld der Kritischen Theorie und war als Bezugsgröße auch für die Entwicklung der materialistischen Staatstheorie in den 1970er Jahren bedeutsam. In einem zweiten Schritt werden wir die Ideologie und Politik des nationalsozialistischen „Arbeitswissenschaftlichen Instituts“ (AWI) vor dem Hintergrund der Textlektüre betrachten. Das AWI entwickelte sich ab 1935 zur zentralen sozialpolitischen Planstelle des NS. Die Auseinandersetzung mit den Arbeiten Neumanns und der nationalsozialistischen Umgestaltung der industriellen Beziehungen ist auch relevant, um die heutige Funktion und Organisation von Arbeit in Deutschland zu verstehen. Der Workshop ist Lektüre-basiert. Vorwissen ist nicht nötig.

Moritz Elliesen studiert Politikwissenschaft an der Universität Kassel. Schwerpunkte sind die Krisenpolitik der Europäischen Union sowie kritische Migrations- und Grenzregimeforschung. Außerdem interessiert er sich für materialistische Staatstheorie und kritische Theorie.

Hannah Hecker studiert den Master Soziologie an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt. Daneben arbeitet Sie am Institut für Humangeographie zur kritischer Stadtforschung sowie Austeritätspolitiken auf kommunaler Ebene. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie zum Nationsverständnis in der „Declaration of a Roma Nation“.