Herrschaft(-skritik) zwischen den Zeilen (Crashkurs)

Sprache richtet unser aller Denken ein. Mit Hilfe welcher Kategorien und Ordnungen wir die Welt wahrnehmen wird durch sie bestimmt. In der Sprache, gesprochener und geschriebener, drücken sich deshalb auch gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse aus. Eine materialistische Sprachkritik fordert eine analytische Beschäftigung mit den hinter alltäglichen, aber auch journalistischen und akademischen Sprechweisen verschleierten Ideologien ein, um diese sicht- und anfechtbar zu machen. Ziel des Crashkurses ist es sowohl gegenwärtigen Sprachdebatten exemplarisch zu begegnen als auch einen Einblick in herrschaftskritische Sprachtheorie und mögliche -Praxis zu geben.

Feben Amara hat Kunstwissenschaft und Germanistik studiert und mit ein bisschen Politikwissenschaft, Kunst und Philosophie vermengt: Disziplinen sind nicht so richtig was für sie. An Sprache interessiert sie nicht nur ihre Verwicklung mit Macht- und Herrschaft, sondern auch wie sie als Mittel genutzt werden kann, um subversive und emanzipatorische Denk- und Handlungsweisen zu befördern. Das könnte, aber muss nicht zwangsläufig, auch eine Erklärung für ihre Vorliebe für Hip Hop sein.

Laura „Lore“ Voelker studiert mittlerweile zwar Grundschullehramt, findet ihre Studienoasen jedoch in der Germanistik, Soziologie und Politikwissenschaft. Bevor es sie nach Kassel zog, studierte sie Germanistik in Göttingen, wo sie auch zum ersten Mal bewusst mit Sprachkritik in Kontakt kam, als sie es wagte, das Wort „Pussymischung“ (im ländlichen Norddeutschland eine gängige Bezeichnung für Mixgetränke mit wenig Alkohol) zu verwenden und dies wider Erwarten keine sonderlich positiven Reaktionen bei ihren Freund*innen hervorrief.