Ist das Kritik? – Reflexionen zum Kritikbegriff (Stream B)

In diesem Workshop wollen wir gemeinsam Kritik an der Kritik bzw. am Kritikbegriff üben. Ist Kritik ein positives oder negatives „Verfahren“? Ist Kritik überhaupt verfahrbar, also als Methode denkbar? Ist die Kritische Theorie per se auch eine kritische Theorie? Gibt es eine Praxis der Kritik? Wie und von wem wird Kritik angewendet oder ausgeübt? Und ist Kritik immer kritisch? Hat Kritik (immer) ein Widerstandsmoment?

„Kritische“ Zeitgeister finden sich in jeder Epoche und jedem Milieu. Es gibt ein großes Feld an „Kritikern“, das sich zwischen den Polen eines „kritisch“-universitären und reflexiven Hinterfragens, einem Skeptizismus und sozialen Widerstandbewegungen aufspannt. Rechts- als auch linkpopulistische Strömungen stehen der Politik „kritisch“ gegenüber, Medien- und Kulturschaffende sowie die „kritischen“ Geister die den Universitäten entspringen (sollen), bewegen sich im sich im Spektrum „der Kritik“. Irgendwie scheint jede*r auf die eigene Art und Weise kritisch, reflexiv, überlegt, emanzipiert oder mündig. Es erscheint fast schwerer, eine unkritische Haltung einzunehmen, als irgendeine „kritische“.

Doch was genau ist denn nun Kritik? Was macht eine kritische Person aus? Sind wir in diesem Workshop kritisch, nur weil wir den Begriff der Kritik hinterfragen? Der Omnipräsenz, Ambiguität und Diffusität des Kritikbegriffs wollen wir mit euch gemeinsam nachspüren und dabei verschiedene „Kritiktheorien“ zu Rate ziehen. Vielleicht steht am Ende des Workshops ein neuer Kritikbegriff.

Simon Rettenmaier hat an der Universität Kassel Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Er promoviert in der Philosophie, seine thematischen Schwerpunkte sind in der politischen Theorie, sowie der Wissenschafts- und Bildungstheorie beheimatet. Beruflich ist er als Pädagogischer Mitarbeiter und Dozent in der Erwachsenenbildung tätig.

Frederik Metje hat an der Universität Kassel Politikwissenschaft, Geschichte, Erziehungswissenschaft und Philosophie studiert. Er ist Promotionsstipendiat der Hans-Böckler-Stiftung und arbeitet zu poststrukturalistischen Theorien, Affekt- und Emotionsforschung sowie politischer Bildungsphilosophie.

Verena Häseler hat an den Universitäten Hildesheim und Kassel Philosophie und Theaterwissenschaften studiert. Sie interessiert sich besonders für (Medizin)Ethik, Ethik der Alterität, Sozial- und Bildungsphilosophie sowie die Philosophie(n) der Postmoderne.