Kritische Werte – Statistiken lügen nicht (Crashkurs)

Klar: der Storch bringt keine Kinder, Schokoladenkonsum ist kein Garant für den Nobelpreis und Rauchen verursacht 9 von 10 Lungenkarzinomen. Aber, warum wurde Helmut Schmidt 97 Jahre alt? Verursacht der CO2-Anstieg tatsächlich globale Erwärmung? Und, lässt sich vom Lohnunterschied zwischen den  Geschlechtern tatsächlich auf Diskriminierung von Frauen schließen? Statistiken lügen nicht und sie sind in den seltensten Fällen gefälscht; aber wann glauben wir der Statistik und wann nicht? Sind wir vielleicht sogar besser beraten, ganz auf Statistik zu verzichten, aus Alltagsbeobachtungen heraus tollkühne Zeitdiagnosen zu stellen und über deren vermeintliche Ursachen zu theoretisieren? Oder sollten wir uns stattdessen auf Erfahrungsberichte subjektiver Lebenswelten verlassen? Was können wir etwa von Regentanzritualen über die Ursachen von Niederschlag lernen? Im Crashkurs streifen wir methodische Grundlagen des kontrafaktischen Kausalitätsmodells und entwickeln mit gesunder Skepsis und einem Augenzwinkern gemeinsam Strategien zum kompetenten und kritischen Umgang mit Statistiken. Wir diskutieren dabei die Notwendigkeit, Möglichkeiten und Grenzen statistischer Analysen zur Untersuchung von Ursache-Wirkungs-Beziehungen.

Daniel Klein hat Soziologie mit dem Schwerpunkt „Empirische Sozialforschung“ der Universität Bamberg studiert. Seit 2017 ist er Projektmitarbeiter am INCHER-Kassel, seit 2014 Direktoriumsmitglied des Kompetenzzentrums für empirische Forschungsmethoden an der Universität Kassel. Seine Forschungs- und Interessengebiete sind quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung und soziale Ungleichheit.