Radfahrernatur und nicht-öffentliche Meinung – Zur (Dis-)Kontinuität der Studien zum autoritären Charakter (Stream A)

„The Frankfurt School knew Trump was coming“ titelte das Magazin The New Yorker im Dezember 2016. Und auch Die Zeit bewertet die Studien zum autoritären Charakter (Adorno et al.: 1950) vor dem Hintergrund des Erstarken populistischer Bewegungen als „beklemmend aktuell“ (Die Zeit vom 05.12.2016).

Aber was hat es mit den in den 1940er Jahren in Amerika entstandenen Untersuchungen auf sich, denen nun eine prophetische Aussagekraft zugeschrieben wird? Und lassen sich die Erkenntnisse von damals tatsächlich auf die heutige Empfänglichkeit von Individuen und Kollektiven für populistische Bewegungen übertragen?

Dieser Einführungs-Workshop beleuchtet den Entstehungskontext der Untersuchungen, ihre zentralen Elemente und fragt ausblickend nach der Aktualität der Theorie des autoritären Charakters.

Die Literatur zur Vorbereitung wird im Vorfeld bekannt gegeben.

Jakob Baier studierte Englisch, Sport und Politik an den Universitäten Marburg und Kassel. An der Universität Kassel war er anschließend Lehrbeauftragter für deutsch-jüdische Bildungsgeschichte sowie für die neuere Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus. Derzeit forscht er im Rahmen seines Dissertationsprojekts mit dem Titel „Illuminati, Rothschilds, Zionisten: Zum Verhältnis von Sozialkritik und Antisemitismus im deutschsprachigen Rap.

Jessica Lütgens promoviert in Frankfurt am Main zu biographischen Perspektiven auf Politisierung im Jugendalter. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Sozialpsychologie, Kritische Theorie, Sozialisationstheorien, Biographie- und Jugendforschung.