Was sind Gewerkschaften? (Crashkurs)

Die Frage klingt erstmal banal – alle meinen zu wissen, was Gewerkschaften sind. Irgendwie sind sie Mitgliederorganisationen und vertreten die Interessen von abhängig Beschäftigten. Soweit erstmal (meistens) richtig. Aber welche Spannungen und Widersprüche ergeben sich aus dieser Funktion? Wie ist es um Solidarität bestellt – ob nun innerhalb des Betriebes, zwischen Betrieben oder international? Was bedeutet es, dass Gewerkschaften eigentlich immer, sobald sie in Verhandlungen treten so genannte „intermediäre Organisationen“ sind? Wann sind sie kollektives „Schwert der Gerechtigkeit“ und wann eher schlicht „Serviceorganisation“ für Einzelpersonen? Was ist dran an dem Vorwurf, dass Gewerkschaften oder einzelne Gewerkschafter_innen sich leicht kooptieren ließen? Wie kann eine demokratische und solidarische Gewerkschaftspolitik aussehen?

Diese und andere Fragen wollen wir in dem Crashkurs diskutieren. Die Diskussion wird zum einen textbasiert stattfinden (Texte werden vorab bekannt gegeben), zum anderen auf eigenen Erfahrungen und Eindrücken fußen. Zeitweise wird auch ein aktiver Gewerkschafter aus einem Betrieb in Kassel dabei sein und über die widersprüchlichen Erfahrungen mit seiner Gewerkschaft berichten.

Frauke Banse hat zu internationalen Gewerkschaften geforscht – insbesondere in Ghana, Benin, Vietnam und Tunesien und beschäftigt sich mit Fragen der (internationalen) Solidarität. Sie ist bei GEW und ver.di aktiv und engagiert sich in der Kampagne UniKasselUnbefristet. An der Uni Kassel unterrichtet sie in der Politikwissenschaft.