Wie politisch ist Graffiti? (Stream A)

In unserem Workshop möchten wir uns aus politischer Sicht mit den Themen Graffiti und Street-Art auseinandersetzen. Neben Definitionsversuchen, einer kurzen historischen Zusammenfassung und einer Stadtführung durch Kassels Nordstadt und das Schillerviertel möchten wir vor allen Dingen die Frage stellen, inwiefern Graffiti als widerständige, politische Praxis im öffentlichen Raum funktionieren kann: Kann Graffiti etwas bewirken oder ist es meistens nur ein kurzes Ärgernis, über das dann wieder schnell hinweggesehen oder -gestrichen wird?

Neben möglichen Abgrenzungen von Graffiti und Street-Art möchten wir thematisieren, welche Unterschiede zwischen legal und illegal installierter Kunst bestehen und ob Graffiti in erster Linie für die Künstler*innen selbst wichtig ist oder ob damit eine wie auch immer geartete Öffentlichkeit angesprochen wird und werden kann. Als Beispiele wollen wir uns Protestspielarten im Graffiti selbst und Street-Art im Zeitverlauf der arabischen Revolution anschauen, aber auch vor Ort legales und illegales Graffiti in der Kasseler Nordstadt, in der Unterführung vom Raum für urbane Experimente und anhand der KolorCubes-Wandgestaltungen im Schillerviertel und der Nordstadt anschauen und besprechen.

Felix Thiele studiert Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt politischer Theorie an der Universität Kassel. Für urbane Kunst interessiert er sich durch langjähriges Hip-Hop Interesse und die Frage nach subversiven Praxen und ihrer Beziehung zu kapitalistischen Verhältnissen.

Gerrit Retterath promoviert aktuell zum Thema „Praktiken des Teilens“ im Fachgebiet Soziologische Theorie in Kassel. Zudem ist er in den Graffiti- und Street-Art-Projekten KolorCubes und Raum für urbane Experimente aktiv. Vom Workshop erhofft er sich neue Impulse für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Graffiti und Street-Art.