Jetzt erst recht: Austerität als Ausgangspunkt für die Kritik neoliberaler Narrative (Stream B)

Die Austeritätspolitiken in Folge der Eurokrise und ihre desaströsen Konsequenzen, vor allem in Ländern wie Griechenland, scheinen seit ein paar Jahren nicht nur im öffentlichen Diskurs, sondern auch unter kritischen Aktivist*innen weitgehend von der Bildfläche verschwunden zu sein. Dabei hat das Thema nicht an Aktualität verloren, ganz im Gegenteil; erst im Sommer 2017 hat die „Troika“ ein weiteres Austeritätsprogramm beschlossen, wobei die Uneinigkeiten zwischen den Institutionen IWF und EZB/EU-Kommission gestiegen zu sein scheinen. Daran hängen nicht nur kurzfristige Maßnahmen, sondern weitreichende Legitimationslogiken und Vorstellungen darüber, für wen und wie Wirtschaft(-spolitik) gestaltet werden sollte. Höchste Zeit also diesen Moment für eine (weitreichendere) Politisierung neoliberaler Politiken zu nutzen. Wir möchten uns daher mit den Gründen und Gegenargumenten sowie Folgen der Kürzungspolitiken auseinandersetzen, politische Interessen und Gefüge aufzeigen und emanzipatorische Alternativen finden. In diesem Workshop werden wir uns dem Thema aus sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Perspektiven nähern, wobei unterschiedliches Vorwissen in beiden Bereichen keine Hürde darstellt, sondern positiv genutzt werden soll.

Workschopleitende:

Carolin Müller studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Uni Erfurt sowie den Master Global Political Economy in Kassel und engagiert sich im Netzwerk Plurale Ökonomik. Sie beschäftigt sich mit hegemonialen Kämpfen um wirtschaftspolitische Narrative in der Krise und insbesondere die Durchsetzung von Austeritätspolitiken in der Troika.

Simon Meding studierte von 2014-2016 VWL an der FU Berlin. Als er keine Gleichgewichte mehr fand, brach er sein Studium erfolgreich ab. Zurzeit studiert er Politikwissenschaften in Kassel und engagiert sich zudem im Arbeitskreis Plurale Ökonomik.